Wie gingen Gewerkschafterinnen im 20. Jahrhundert mit dem Problem um, das berufstätige Frauen bis heute täglich beschäftigt: Wie lässt sich Lohnarbeit mit Hausarbeit und Fürsorgetätigkeiten vereinbaren? Der Vortrag zeigt, dass sozialdemokratische, kommunistische und christlichsoziale Aktivistinnen auf diese Frage sehr unterschiedliche Antworten fanden, und nimmt unter anderem die gewerkschaftliche Auseinandersetzung um die feministische Kampagne „Lohn für Hausarbeit“ in den Blick. Dabei wird nicht zuletzt die grundlegende Frage diskutiert: Wer kommt für die Kosten reproduktiver Arbeit auf: der Staat, die Arbeitgeber:innen oder die Frauen selbst?
Dr.in Veronika Helfert ist Historikerin und forscht zu Protest, politischer Partizipation und Arbeiterinnenbewegung. Für ihr Projekt Zur politischen Ökonomie von Hausarbeit. Gewerkschafterinnen und un/bezahlte Arbeit im 20. Jahrhundert erhielt sie 2026 den Edith Saurer Preis.