Der „Edith Saurer Fonds zur Förderung geschichtswissenschaftlicher Projekte" wurde von der an der Universität Wien lehrenden und 2011 verstorbenen Universitätsprofessorin Edith Saurer gegründet und mit finanziellen Mitteln ausgestattet. Seit 2013 vergibt er in jedem Jahr einmalige Forschungsstipendien.
Am 7. Mai 2026 um 18:00 Uhr findet die feierliche Preisverleihung des Edith Saurer Preises 2026 in der Bibliothek der Arbeiterkammer statt.
18:00 Uhr: Begrüßung
Preisverleihung des Edith Saurer Preis 2026
Dr.in Veronika Helfert: Zur politischen Ökonomie von Hausarbeit. Gewerkschafterinnen und un/bezahlte Arbeit im 20. Jahrhundert
Laudatio: Univ.-Professorin Gabriella Hauch
Dr.in Vera Kallenberg: Die Entstehung von Herrschaft: Gerda Lerners Women's History in transnationaler Intellectual History Perspektive
Laudatio: a. o. Univ.-Professorin Johanna Gehmacher
Dr.in Eva Reder: Österreichische Holocaust-Verbrechen im besetzten Polen: Mechanismen transnationaler (Nicht-)Strafverfolgung und Wahrheitsfindung (1945–1970): Teilaspekt Zivilverwaltung
Laudatio: a. o. Univ.-Professor Philipp Ther
Urkundenübergabe
Festvortrag
Prof. Dr. Uffa Jensen: Über den Anstieg des Antisemitismus in der Gegenwart
Empfang
Über den Anstieg des Antisemitismus in der Gegenwart
Für die meisten Betrachter*innen der gegenwärtigen Lage ist es eine Tatsache, dass der Antisemitismus in verschiedenen europäischen Gesellschaften in den letzten Jahren angestiegen ist. Diverse Statistiken über antisemitische Vorfälle – bereits vor dem 7. Oktober 2023, aber stärker noch danach – scheinen diesen Eindruck zu bestätigen. Aus einer wissenschaftlichen Perspektive ist es jedoch gar nicht so einfach, den Anstieg zu beziffern oder ihn auch nur klar in den Gesellschaften zu lokalisieren. Selbst die Statistiken selbst sind zum Gegenstand wissenschaftlicher Debatten geworden. Außerdem spielt hierbei eine wichtige Rolle, wie das Problem Antisemitismus wahrgenommen wird und welche politischen Debatten dazu geführt werden. Auch die Perspektive von jüdischen Betroffenen verkompliziert unser Bild zusätzlich.
Der Vortrag soll diese Probleme für einige Gesellschaften in Europa diskutieren und zugleich helfen, die antisemitische Bedrohung in der Gegenwart einzuschätzen.
Prof. Dr. Uffa Jensen ist Historiker und stellvertretender Direktor des Zentrums für Antisemitismusforschung (ZfA) an der Technischen Universität Berlin.