Anfang der 1930er Jahre erreichte die Arbeitslosigkeit in Österreich ihren Höhepunkt. Ohnehin unzureichende staatliche Unterstützungen, wie das Arbeitslosengeld und Notstandshilfe, wurden massiv zurückgefahren. Marie Jahoda und andere Forscher:innen beschäftigte schon damals die Frage: Was passiert mit Arbeitslosen und wie gehen sie damit um?
Einerseits bedeutet Arbeitslosigkeit viel Arbeit: Selbst die Kinder hüten, Lebensmittel günstig beschaffen, Kleidung reparieren, statt neue zu kaufen, stets auf der Suche nach einem Job sein. Andererseits verändert sich auch das Leben außerhalb der Arbeit: Der Verlust von Struktur, Kontakten abseits der Familie, finanziellen Möglichkeiten geht oft mit nachlassendem Engagement in Vereinen und Politik einher. Kurz: dem Verlust von Teilhabe an der Gesellschaft.
Dr.in Julia Hofmann ist Referentin für soziale Ungleichheit und Verteilungsfragen sowie Arbeit und Arbeitsbeziehungen in der Abteilung Wirtschaftswissenschaft der AK Wien.
Dr. Lukas Lehner ist Assistenzprofessor an der Universität Edinburgh. Seine Forschungsschwerpunkte umfassen Wirtschafts- und Sozialpolitik mit Fokus auf den Arbeitsmarkt.