Nach dem Zusammenbruch des „Dritten Reiches“ begegneten sich jüdische Holocaust-Überlebende und ehemalige SS-Mitglieder im Alltag. Sie trafen sich auf den Straßen von Berlin und Buenos Aires, während transatlantischer Einwanderungsreisen und bei der Arbeit. Dieser Vortrag analysiert die Geschichte dieser Begegnungen, um sich damit auseinanderzusetzen, wie sich das „Dritte Reich“ auf den Alltag in der Nachkriegszeit auswirkte. Die Untersuchung der Verstrickungen von Tätern und Überlebenden eröffnet eine neue Perspektive auf die Kontinuitäten zwischen den Kriegs- und Nachkriegszeiten, vor allem das über die Niederlage hinaus fortbestehende Bekenntnis mancher ehemaliger SS-Männer zur NS-Ideologie.
AJ Solovy ist Assistenzprofessorin für moderne europäische Geschichte am Vassar College in New York. Sie promovierte an der University of California, Berkeley, und erwarb einen M.A. an der Universität Wien und einen B.A. am Williams College.